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Noch immer 100.000 in Telekom Warteschleife

 
     
20.02.2008, Berlin

Die Situation bei der Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) durch die Telekom hat sich noch immer nicht gebessert. Die Zahl der Kunden, die seit Wochen oder gar Monaten auf die Umstellung ihres Anschlusses durch die Deutsche Telekom warten, liegt immer noch bei rund 100.000. Das ergab eine vor wenigen Tagen durchgeführte Umfrage des VATM bei den größten Telekommunikationsanbietern wie z.B. Arcor , Alice, Vodafone , etc. Bei der Bundesnetzagentur gibt es heute eine Anhörung zu den im vergangenen Jahr von Arcor und Telefonica ( O2 ) in dieser Sache eingereichten Missbrauchsanträgen.

„Diese Hängepartie, die die Deutsche Telekom seit Monaten zu Lasten des Wettbewerbs und auf dem Rücken von fast 100.000 Verbrauchern austrägt, ist unerträglich“, sagt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. „Trotz aller anderslautenden Beteuerungen des ehemaligen Staatsunternehmens seit Anfang dieses Jahres kann bislang keine Rede davon sein, dass dort der Auftragsrückstau nachhaltig abgearbeitet und das Problem damit abschließend gelöst wird. Die Zeit der Appelle und Ankündigungen ist vorbei, jetzt müssen Taten folgen.“

Der Verband alternativer Telefonanbieter fordert die Bundesnetzagentur auf, die Telekom dazu zu verpflichten, die ausstehenden Umschaltungen unmittelbar vorzunehmen. Nach Ansicht des VATM behindert die Blockadehaltung des Ex-Monopolisten massiv den Wettbewerb und eine dynamische Marktentwicklung. Zudem verursache die Hinhaltetaktik bei den Verbrauchern einen massiven Imageschaden für die gesamte Branche. Einen sachlichen Grund für die Wartezeiten hat der Verband bislang nicht ausmachen können.

„Die dauerhaft hohe Marktnachfrage bezüglich der Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitung ist der Telekom seit vielen Monaten aus etlichen Rückmeldungen der alternativen Anbieter bekannt“, so Grützner. „Die Telekom erhält von den Wettbewerbern Einmal-Entgelte für die Umschaltung, bei ihren eigenen Kunden nimmt sie die DSL-Umschaltung bei eigenen hohen Kundenzahlen innerhalb weniger Tage vor. Die Wettbewerber vor diesem Hintergrund mit Hinweis auf ‚zu hohe Bestellmengen’ zu benachteiligen, ist daher pure Diskriminierung und hat planwirtschaftliche Züge. Mit dieser Argumentation könnte der Ex-Monopolist dem Wettbewerb vorschreiben, wie schnell er wachsen dürfe. So hat man sich das bei der Liberalisierung des Festnetzmarktes sicher nicht vorgestellt.“

Dieses Problem wird noch dadurch verschärft, dass der Konzern die Zwangs-Wartezeiten der Wettbewerber-Kunden ausnutzt, um diese zurückzugewinnen. „Seit Anfang des Jahres gehen bei uns immer mehr Anrufe und Schreiben von verärgerten Verbrauchern ein, die sich über entsprechende Praktiken der Telekom und unaufgeforderte Werbeanrufe des Konzerns beschweren“, sagtt Grützner. „Die aktive Diskriminierung der Wettbewerber für den eigenen Vertrieb zu nutzen, ist schon ein starkes Stück!“ Verbrauchern, die ohne ihre Einwilligung von der Deutschen Telekom angerufen werden, rät der Verband, sich an die Verbraucherzentralen ihres Bundeslandes oder an die Bundesnetzagentur zu wenden.

Weiterführende Links:
» Nachrichten zum Thema telekom
» T-Home fordert Wettbewerber zur Kooperation auf
» Zumwinkel tritt vom Aufsichtsratsvorsitz bei Telekom zurück
» T-Home DSL
» T-Home Webseite

 

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