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EU Entscheidung: Liberty kann Unitymedia kaufen

 
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Bild: Unitymedia 27.01.2010, Osnabrück

Schon lange ist bekannt, dass der US-amerikanische Medienkonzern Liberty am Kabelnetzbetreiber Unitymedia, dem immerhin zweitgrößten Kabelanbieter in Deutschland, interessiert ist und eine Übernahme plant. Die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen sind bereits abgeschlossen worden. Was bisher fehlte, war lediglich das Okay aus Brüssel. Denn einem solch großen Deal muss die EU-Kommission grünes Licht geben, bevor die Transaktion abgeschlossen werden kann. Nun ist die Entscheidung der EU-Kommission gefallen und sie fällt positiv für Liberty aus. Das amerikanische Unternehmen darf Unitymedia in seine Konzernstruktur eingliedern und damit auch die bestehende Infrastruktur von Unitymedia in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen übernehmen.

Wird Unitymedia für 3,5 Mrd. Euro verkauft?

Bei der Übernahme von Unitymedia handelt es sich wahrlich um einen Deal selten großen Ausmaßes. Rund 3,5 Milliarden Euro werden als Kaufpreis für das Kabelnetzunternehmen anberaumt, die Liberty bereit ist, zu bezahlen. Immerhin hält Unitymedia unter den Kabelnetzanbietern in Deutschland nach Kabel Deutschland Platz 2 mit rund 6,4 Millionen Kunden. Damit erkauft sich Liberty gleich einen großen Marktanteil in Deutschland und somit eine optimale Basis, um weiteres Wachstum anzustreben. Doch auch weltweit erhöht sich die Zahl der Kunden des in 14 Ländern tätigen US-Konzerns somit auf insgesamt rund 40 Millionen. Interessant ist, dass der Kaufpreis von 3,5 Milliarden Euro nicht alleine von Liberty getragen werden wird, sondern auch vom Kaufobjekt Unitymedia. Denn zur Finanzierung der Transaktion soll Unitymedia einen neuen Kredit aufnehmen. Dies wurde im Kaufvertrag vereinbart.

EU-Kommissio überprüft auf evtl. Verstöße

Die EU-Kommission, die die Übernahme mittlerweile genehmigt hat, überprüfte den Kauf auf eventuelle Verstöße gegen das Europäische Wettbewerbsrecht. Vor allem darf der Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht durch die Übernahme gestört werden. Hierzu wurden nicht nur Kabelnetzlizenzen überprüft, sondern ebenso auch der Markt für Pay-TV, Rundfunk-Internet-Telefonie und Internet. Die EU-Kommission konnte aber nicht feststellen, dass es in einem der Bereiche eine zu große Marktmacht von Liberty gäbe. Auch nicht nach Übernahme von Unitymedia, da auch starke Konkurrenz wie RTL oder Sky auf dem Markt vertreten sind.

Autor: Redaktion DSL


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