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Über 100.000 wechselwillige Breitbandkunden in der Warteschleife

 
     
www.arcor.de 16.12.2007, Berlin

Die Anzahl der wechselwilligen DSL-Kunden, die von ihrem bisherigen Anbieter, der Deutschen Telekom, zu einem der alternativen DSL-Anbieter wechseln wollen und derzeit auf die Umschaltung ihrer Leitung warten, steigt weiter und weiter. Nach einer aktuellen Umfrage des VATM bei den größten Telekommunikationsanbietern Deutschlands sind zur Zeit über 100.000 Kunden davon betroffen. Nach Arcor stellt nun auch Telefonica Deutschland als weiterer Infrastrukturanbieter einen Missbrauchsantrag bei der zuständigen Bundesnetzagentur. Der VATM fordert daher den Regulierer auf, die Telekom ohne Verzögerung zu einer schnellen Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) zu verpflichten.

„Die Zahl der Kunden, die zu einem Wettbewerber wechseln wollen und bei der Telekom sozusagen in der Warteschleife festhängen, ist heute sogar deutlich höher als während des Streiks“, stellt Jürgen Grützner, der VATM-Geschäftsführer, die Ausmaße des Problems dar. „Dadurch wird das weitere Wachstum des Breitbandmarktes deutlich behindert. Die Tatsache, dass die Telekom bei ihren eigenen Kunden die Umschaltung innerhalb weniger Tage vornimmt, belegt dabei, dass es sich nicht um prozessbedingte Verzögerungen handelt, sondern um Diskriminierung auf breiter Front.“

Auch der anhaltende DSL Hype selbst kann nach Meinung des VATM kein Grund für die unzumutbar langen Wartezeiten sein. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind seit vielen Monaten, in manchen Fällen sogar seit Jahren mit der Telekom im Gespräch, um höhere Bereitstellungsmengen bei der Teilnehmeranschlussleitung zu erhalten“, erklärt Grützner. „Da der Ex-Monopolist für die Umschaltung der Leitungen zudem hohe Einmalentgelte erhält, sind die Wartezeiten nur damit zu erklären, dass der Wettbewerb an dieser Stelle ausgebremst werden soll.“

Die DSL-Wettbewerber investierten selbst Jahr für Jahr Milliarden in den Ausbau eigener Netze, so der Grützner weiter. Das Zurückverdienen dieser Investitionen dürfe nicht durch die scheinbare Blockadehaltung der Telekom verhindert werden, wenn auch künftig Infrastrukturinvestitionen gewünscht seien. Der Verband sieht deshalb die Bundesnetzagentur in der Verantwortung, die Diskriminierung der Wettbewerber durch die Telekom zu unterbinden.

„Die Verzögerungen bei der Umschaltung wirken sich gleich doppelt schädlich auf den Wettbewerb aus, wenn die Telekom während der Wartezeit auch noch versucht, den Kunden zurückzugewinnen und ihm ihre Call & Surf-Produkte mit zweijähriger Vertragslaufzeit unterzujubeln“, fürchtet Grützner. „Denn die meisten Kunden der Telekom wissen beim Vertragsabschluss nicht, dass sie aus diesen Verträgen frühestens 2009 wieder herauskommen.“

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