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10 Jahre Regulierung in der Telekommunikation: Kein Monopol für neue Netze

 
     
12.01.2008, Bonn

Nach nun mehr 10 Jahren des Wettbewerbs auf den deutschen Telekommunikationsmärkten ist eine Rückführung der Regulierung bereits in vollem Gange. Aufgrund der noch immer bestehenden Marktmacht der Telekom, besonders im Bereich der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), ist aber zumindest eine wirkungsvolle Vorleistungsregulierung aus Sicht der alternativen DSL und Telefon Anbieter weiterhin dringend erforderlich. Zu dieser Beurteilung kam VATM-Präsident Gerd Eickers als Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Wo steht die deutsche Telekommunikation 10 Jahre nach der Marktöffnung?“ anlässlich der Festveranstaltung „10 Jahre Marktöffnung“ am 10. Januar 2008 auf dem Bonner Petersberg.

Neben Eickers diskutierten, moderiert von ARD-Journalistin Anja Kohl, unter anderem Telekom-Chef René Obermann, Vodafone-CEO Friedrich Joussen, der ehemalige Bundespostminister Dr. Wolfgang Bötsch und der frühere Bundestagsabgeordnete und Vizepräsident der Regulierungsbehörde Arne Börnsen. Eickers wies darauf hin, dass der Blick auf die hohen Marktanteile der Wettbewerber bei den Verbindungsminuten oder DSL-Anschlüssen nicht den Blick auf die reale Wertschöpfung der alternativen Anbieter verstellen dürfe. Diese liege aufgrund der an das ehemalige Staatsunternehmen zu zahlenden Entgelte für Vorleistungen auch zehn Jahre nach der Marktöffnung nur bei rund 26 Prozent.

Mit Blick auf die im Aufbau befindlichen, auf IP-Technologie basierenden Next Generation Networks hob der VATM-Präsident hervor, dass die hierfür notwendigen hohen Investitionen nicht von einzelnen Unternehmen allein getragen werden könnten. Vielmehr sei eine gemeinsame Vermarktung und Auslastung dieser Netze erforderlich, die eine schnelle Refinanzierung der Investments erst möglich machten. Der Telekom schlug Eickers daher vor, den alternativen Anbietern den Zugang zu ihren Netzen, insbesondere im Bereich VDSL, zu kommerziell sinnvollen Bedingungen anzubieten.

Auch die derzeit vieldiskutierte Versorgung ländlicher Gebiete mit breitbandigem Internet sprach Eickers während der Podiumsdiskussion an. Seiner Ansicht nach kommt das Verlegen von Glasfaserleitungen in weniger dicht-besiedelten Regionen aus ökonomischer Sicht auf absehbare Zeit nicht in Frage. Zeitnahe Abhilfe versprächen hier nur drahtlose Technologien wie beispielsweise Richtfunk. In diesem Zusammenhang sei eine schnelle Umwidmung der durch die Digitalisierung des Rundfunks nicht mehr benötigten Frequenzen notwendig. Das Heben dieser „digitalen Dividende“ komme letztlich auch den derzeitigen Frequenzinhabern, den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zugute, die mit ihren Angeboten mehr und mehr ins weltweite Datennetz drängten.

Gefragt nach den Aussichten der Telekommunikationsbranche für die nächste Dekade antwortete Eickers, dass die DSL-Anbieter aufgrund der technischen Entwicklung in Richtung Konvergenz und IP-Technologie ihre Geschäftsmodelle permanent überprüfen müssten, um auf Dauer im Wettbewerb bestehen zu können.

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