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Die Welt der mobilen Internetgeräte soll in absehbarer Zeit um die Produkte der Zusammenarbeit von Nokia und Intel werden. Damit arbeiten der weltgrößte Handyhersteller und sein Äquivalent aus der Prozessorproduktion zusammen. Für Intel wäre es die Möglichkeit, außer im Bereich PC, Notebooks und Server nun auch den bald den Markt für Handy-Chips anzuführen. Das Betriebssystem der Wahl wird Linux sein. Im Jahr 2006 war Intel aus dem Mobiltelefon-Markt ausgestiegen und verkaufte diesen Konzernbereich. 2008 kehrte Intel zurück und möchte vom Profit dieses Marktsegments wieder seinen Teil abhaben. In jüngster Vergangenheit musste Intel mehrfach seine Gewinnprognosen zurückschrauben. Als Branchenführer spielt Intel die Rolle eines Spiegels, in dem die wirtschaftliche Lage ablesbar ist und der für Prognosen herangezogen wird. Dass Intel von der Wirtschaftskrise so stark mitgenommen wird, dürfte zu großen Teilen Ergebnis des wirtschaftlichen Einbruchs der Automobil-Branche sein. Die Chips, die in der Bordelektronik von Autos verbaut sind, machen einen großen Teil des Umsatzes von Intel aus. Ergebnis des Umsatzrückganges und dem Abfall des Überschusses von fast einem Viertel im letzten Jahr waren Einstellungsstopp und Einsparungen in Forschung und Entwicklung. Die Übernahme der Firma Clearwire im letzten Quartal drückte zusätzlich die Zahlen dank einer Abschreibung in Höhe von 1 Milliarde Dollar.
Die Zusammenarbeit mit Nokia hat unter anderem den Vorteil, dass Intel eine Lizenz für die Nutzung der HSPA-Technologie, welche auf UMTS beruht, erwirbt. Es wird erwartet, dass durch die engere Zusammenarbeit von Telekommunikation und Computerbereich, Techniken entwickelt werden, die auf Standards beruhen und wohl auch frei zugänglich werden. Auch für Segmente wie Aussehen, Material und Bildschirme möchte man sich massiv von aktuellen Geräten abheben und zieht Informationen zu neuen Möglichkeiten ein. Wenn die Zielsetzungen eintreffen, die beide Unternehmen entworfen haben, dürfte der ganze Wirtschaftszweig davon profitieren. Angestrebt sind beispielsweise Geräte, die dauerhaft mit Breitband-Internet verbunden sind und mit höherer Rechenleistung ausgestattet sind, als derzeitige Geräte. Man möchte sich von auf jeden Fall von aktuellen Geräten wie Netbooks oder Smartphones unterscheiden bei der Entwicklung von Hardware und Software innovative Wege gehen. Dank Linux wird es möglich sein, dass dessen Gemeinde weitere Dienste für die Nutzung des mobilen Internets herstellt oder erweitert. Der Chef der Intel-Sparte mobile Endgeräte, Anand Chandrasekher, soll die Arbeit mit Nokia als wichtigste Allianz des Jahres ansehen. Intel kann endlich den Mitbewerbern Qualcomm und ARM entgegentreten und Nokia Funktionen aufs Handy portieren, die man nur vom PC kennt.
Derzeit wird gespannt erwartet, wie sich Nokias N97 gegen das gerade erschienen iPhone 3 GS durchsetzen wird. Am 1. Juli wird das N97 erhältlich sein. Die markantesten Unterschiede sind die 2 Megapixel stärkere Kamera, bessere Navigations-Fähigkeiten, schnellere Texteingabe dank physikalischer Tastatur (Touch Screen Display ist natürlich ebenfalls vorhanden) und einiges mehr. Bei den Verkaufszahlen, die das iPhone in den ersten drei Tagen seit Erscheinen erreicht hat, wird es eine harte Herausforderung für Nokia. Die Meinungen von Nutzern gehen durchaus soweit, dem N97 Killerqualitäten gegen das iPhone 3 GS einzuräumen, aber man macht dies zum Teil abhängig von der Geschwindigkeit, mit der diei Software laufen wird. In der Vergangenheit war das bei Vorgängergeräten Grund zu Unzufriedenheit. Das soll aber verbessert sein. Und wer viel zu schreiben hat, gibt dem N97 wahrscheinlich ohnehin den Vorzug. Spannend wird es; und wenn nun Intel und Nokia ihre Visionen umsetzen, werden vielleicht beide Geräte bald schon wieder veraltet sein.
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