Als Chef und Manager des Netzbetreibers o2 zeigt sich Rene Schuster höchst erfreut über die derzeitige Entwicklung auf dem Markt. Die enorme Nachfrage nach Smartphones und mobilem Internet sorgen dafür, dass das Geschäft derzeit blüht. Rene Schuster wurde in New York geboren und leitet mit o2 das drittgrößte Telekommunikationsunternehmen in Deutschland. Lediglich die Deutsche Telekom und Vodafone befinden sich vor o2, das den Anbieter E-Plus hinter sich lässt. Neben dem Erfolg mit dem mobilen Internet setzt Schuster auch viel Hoffnung in den neuen Mobilfunkstandard LTE. Dabei handelt es um die vierte Generation, die für die Übertragung der Daten jene Frequenzen verwendet, die für das analoge Radio verwendet wurden. Diese wurden im Rahmen der Digitalen Dividende versteigert und öffnen einen neuen Markt im Bereich Datenübertragung via Funk.
Selbstverständlich freut Schuster der Erfolg und die enorme Nachfrage. Dass es beinahe zu Engpässen beim geplanten Netzausbau kommt, ist ein negativer Nebeneffekt, der in Kauf genommen wird. Denn die wachsenden Geschäfte mit den Smartphones erfordern einen kontinuierlichen Ausbau der vorhandenen Netze und des LTE Netzes. Geht es allerdings nach Schuster, würde es keine Flatrates geben, mit welchen man unbegrenzt im Internet surfen kann. Die Zukunft sieht er in einem Yield-Management. Dieses wäre mit einer Fluggesellschaft zu vergleichen, die die Höhe der Flugpreise nach den Flugterminen variabel gestalten. So wären die Tarife für das Surfen in der Nacht kostenlos, während es tagsüber bestimmte Aufschläge gibt. Dadurch könnten Netzüberlastungen verhindert werden, da zahlreiche Aktivitäten auf die kostenlosen Zeiten verschoben werden würden.Die bereits bestehenden Tarife erhöhen möchte Schuster allerdings nicht. Steigen die Kosten für die gebuchten Tarife, so entscheidet man sich häufig für einen günstigeren Anbieter und wechselt. Immerhin steigen mehr als 20 Prozent aller Kunden um, wenn ihr Anbieter zu teuer wird oder ein anderer günstigere Angebote offeriert. Teurere Tarife würden somit nur dazu führen, dass einzelne Anbieter, in erster Linie jene mit den teuersten Angeboten, untergehen würden.
Mit dem Ausbau der neuen Mobilfunktechnologie plant o2 in nächster Zeit auch vermehrt Großstädte an das Funk-Netz anzuschließen. Bereits im zweiten Quartal sollen Berlin, Hamburg und München von o2 an das LTE Netz angeschlossen werden. Drei Monate später sollen es bereits 20 Städte sein. Eine dieser Städte, die o2 mit LTE versorgen möchte, ist auch Düsseldorf. Diese, und auch andere Städte, verfügen zwar bereits über LTE, allerdings von anderen Anbietern. Bekanntlich darf LTE ja erst in Städten und Ballungszentren offeriert werden, wenn die Versorgung des ländlichen Raumes mit einer bestimmten Quote erreicht ist. Kundenberichten zufolge ist der Ausbau des LTE Netzes in den Städten auch dringend notwendig, da es Probleme im Netz von o2 geben soll, die mit LTE gelöst wären. Häufige Netzausfälle sind nur ein Grund, warum die Versorgung auf LTE umgestellt werden sollte. Für Schuster stellt der gemeinsame Ausbau des Glasfasernetzes eine Lösungsmöglichkeit dar, um überfüllten Datenverkehr im Festnetz und an den Mobilfunk-Stationen bewältigen zu können. Er spricht sich dafür aus, dass in Zusammenarbeit mit anderen Telefonfirmen dieses Problem gelöst werden könnte. Während mit Vodafone bereits Kooperationsgespräche geführt werden sollen, lehnt die Telekom einer Zusammenarbeit in diese Richtung ab. Um neue Kapazitäten zu schaffen, steuert o2 auch einer Kooperation mit Kabel-TV-Firmen an. Die Ansicht von Schuster, dass die ständig steigende Nachfrage nach mobilem Internet und Smartphones nur durch eine Veränderung in der Vorgehensweise gestillt werden kann, wird somit von mehreren Anbietern geteilt. Schuster verkündete einen weiteren Vorschlag, um die Probleme der Netzüberlastung und des beinahe nicht zu bewältigenden Netzausbaus zu lösen. Um neue Kapazitäten zu schaffen, sollen große Online-Firmen wie Google oder Facebook sogenannte Durchleitungsgebühren bezahlen. Allerdings bestehen kaum Chancen auf Erfolg für diese Forderung von Schuster. Bleibt abzuwarten, mit welchem Lösungsvorschlag Schuster den Problemen noch zu Leibe rücken will.
Informationen zum Thema LTE, dem neuen Mobilfunkstandard finden Sie hier auf Top-DSL.com. LTE, der Nachfolger von UMTS und HSDPA.
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