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E-Plus setzt auf HSPA, alle anderen auf LTE
07.01.2012, Osnabrück
Bild: eplus

Für die Deutsche Telekom, Vodafone und o2 war das Ende des Jahres 2011 dahin gehend erfreulich, da die Auflagen für die Breitbandversorgung via LTE in ländlichen Räumen erfüllt wurden und somit der Weg frei wurde, die Mobilfunkgeneration auch in den Städten und Ballungsräumen anzubieten. In erster Linie handelt es sich um die Regionen Schleswig Holstein, Bayern, Baden Württemberg, Hessen, Nordrhein Westfalen, Rheinland Pfalz und das Saarland, in welchem die geforderte Quote bereits erfüllt ist und die Ausbauverpflichtungen eingehalten wurden. Bei den Frequenzen handelt es sich um jene im Bereich 800 MHz, die die Bundesnetzagentur im Rahmen der Frequenz-Auktion versteigerte. Die Sieger dieser Auktionen mussten bestimmte Verpflichtungen eingehen, darunter die Erfüllung der Quote zur Versorgung der ländlichen und unversorgten Regionen in Deutschland mit Breitbandinternet. Um nun LTE in Großstädten und Ballungsräumen anbieten zu dürfen, gilt es, mindestens 90 Prozent der Haushalte in den ländlichen Regionen mit Breitbandinternet zu versorgen.

Dem Düsseldorfer Mobilfunkbetreiber E-Plus gestattete die Bundesnetzagentur besondere Frequenznutzungsrechte im 900 Mhz Bereich. Da E-Plus keine Frequenzen aus der Digitalen Dividende ersteigerte, setzt das Unternehmen auf andere Technologien, um Breitbandinternet möglichst flächendeckend zugänglich zu machen. Die 900er Frequenzen nutzt E-Plus nun dafür, um UMTS oder HSPA einzusetzen. Die anderen Provider dürfen diese Frequenzen allerdings nur für die Telefonie verwenden. Dadurch hat E-Plus den Vorteil, über diese 900er Frequenz auch Breitbandinternet an die Kunden zu bringen. Dafür wird der UMTS-Beschleuniger HSPA eingesetzt, mit welchen Übertragungsgeschwindigkeiten von zu 7,2 Mbit/s erzielt werden können. Eine Steigerung auf bis zu 21,6 Mbit/s ist durchaus möglich. Dafür werden Endgeräte benötigt, welche HSPA unterstützen und bereits erhältlich sind. Die ersten Probeläufe und Tests werden an verschiedenen Standorten durchgeführt, sofern sich dies für das Unternehmen E-Plus wirtschaftlich rechnet. In Zusammenarbeit mit ZTE und China mobile führt E-Plus einen TD-LTE Feldtest durch, in welchem verschiedene LTE Technologien auf unterschiedlichen Frequenzbändern getestet werden.

Geld gegen Frequenz

Schon vor einiger Zeit hat E-Plus angegeben, dass es eine kluge Strategie gewesen sei, nicht über dem angepeilten Budget zu investieren, um im Rahmen der Frequenzauktion LTE-Frequenzen zu ersteigern. Denn die anderen Anbieter mussten viel Geld investieren, um die Frequenzen überhaupt nutzen zu können. Geld, das E-Plus nun jedoch gespart hat und weiterhin in Anspruch nehmen kann, um es in den Ausbau von HSPA zu investieren. Bei E-Plus wird dies als klarer Vorteil angesehen, da das Unternehmen nun dynamischer auftreten kann und in vielen Regionen HSPA ausbauen kann, bevor die anderen Anbieter überhaupt mit LTE auf den Markt kommen können. Darüber hinaus ist E-Plus davon überzeugt, dass vielen Kunden Geschwindigkeiten von bis zu 21,6 Mbit/s völlig ausreichen und natürlich auch der Preis eine gewisse Rolle spielen wird. Denn wenn die anderen Anbieter LTE mit bis zu 50 Mbit/s anbieten, werden auch die Preise für diese Leistung entsprechend hoch gestaltet sein, sodass doch viele Kunden auf andere Angebote wie eben die HSPA-Angebote von E-Plus zurückgreifen werden.

LTE ist die Zukunft

Bei den Mitbewerbern von E-Plus sieht man dies naturgemäß anders. Denn diese sehen in Long Term Evolution die Zukunft des Internets. Hierbei soll nicht nur ein neuer mobiler Funkstandard geschaffen werden, sondern darüber hinaus bietet sich LTE sogar als guter Ersatz zum Festnetz-Internet an. Der Vorteil dabei liegt eindeutig darin, dass man mobil bleibt, aber dennoch Datenraten nutzen kann, wie man sie ansonsten nur von leistungsfähigen Glasfaserleitungen gewohnt ist. Die Anbieter o2, Deutsche Telekom und Vodafone hoffen daher mit Sicherheit auch, den einen oder anderen Kunden, der bisher Festnetz bzw. Kabelinternet nutzt, abwerben zu können und somit auf den Umstieg auf LTE zu bewegen. Denn in vielen Regionen Deutschlands sind auch die Festnetzleitungen noch nicht gut ausgebaut, sodass LTE hier eine starke Konkurrenz darstellen dürfte.


Autor: Redaktion TOP-DSL



Weiterführende Links:
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