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Viel beschrieben, wenig beachtet - das Handy und der Urlaub

 
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Bild: Mobil 03.07.2009, Osnabrück

Es ist für Viele schon nicht zu begreifen, warum man im Urlaub erreichbar sein muss oder will. Der Erholungseffekt ist definitiv gleich Null, wenn die Firma einen jederzeit erreichen kann. Eher nachzuvollziehen ist es, dass man für Freunde und Familie erreichbar sein möchte. Wer nun ohne genaue Kenntnis seines Handy-Tarifs munter telefoniert, Kurznachrichten versendet oder online per UMTS seine Mails liest, wird möglicherweise nach dem Urlaub einen Schock erleben. Rechnungen im vier- bis fünfstelligen Bereich sind die Folge. Der Grund: die Roaming-Gebühren. Die entstehen, wenn man im Ausland in Netze eingeloggt wird, die mit dem eigentlichen, eigenen Betreiber entsprechende Abkommen getroffen haben, und innerhalb dieser Netze kommuniziert. Die Kosten, die hierdurch entstehen, haben zwei Wege zum Nutzer. Einmal bezahlt man die durch die Roaming-Gebühren höheren Verbindungskosten, wenn man selbst aktiv ist. Allerdings kommen noch die Kosten hinzu, wenn man angerufen wird. Gewissermaßen bezahlt der Anrufer bis zur Grenze des Heimatlandes, ab da bezahlt der Angerufene.

EU-Abkommen soll Preise senken

Lichtblick stellt das neue EU-Abkommen dar, welches bis 2011 die Tarife vereinheitlichen und auch auf ein vertretbares Maß reduzieren soll. Bisherige Preise von bis zu zwei Euro pro Gesprächsminute gehören dann der Vergangenheit an, sofern keine Lücken im Gesetz gelassen werden. Auch für das Datenroaming, was die Internetnutzer unter den Handybesitzern interessiert, werden äquivalent angepasst. Ausgedehnt wird das Ganze von Mobilfunkverträgen auch auf Prepaid-Kunden. Bisher gibt es tariflich die Möglichkeit, sich hier im Vorfeld den richtigen Vertrag zu wählen, bei dem man die Roamingkosten genau kennt. Trotzdem gibt es immer wieder böses Erwachen, weil zwar günstige Minutenpreise offeriert werden, diese aber durch zusätzliche Verbindungskosten dann die Rechnung doch wieder in die Höhe treiben. Auch wer meint, sich keine Anrufer durchstellen lassen zu müssen und die Mailbox nutzt, wird unangenehm überrascht. Die Mailbox informiert einen ja per Anruf oder SMS und das kostet wiederum den Mailboxbesitzer Geld, denn auch hier werden Roaming-Gebühren fällig. Am besten die Mailbox ausschalten. Anrufe werden dann zwar weiter auf die Box geführt, aber es fallen keine weiteren Kosten wegen Auslandsverbindungen an. Am Rande sei erwähnt, dass das wirklich perfide an der Mailbox die Tatsache ist, dass man erst den eingehenden Anruf bezahlt und zu guter Letzt dann nochmal die Umleitung auf die Mailbox in der Heimat.

Calling-Card könnte die Alternative sein

Abhilfe gegen Kostenfallen könnten Alternativen wie Prepaid-Karten direkt im Ausland sein. Die zugehörigen Optionen und Preise sollte man sich natürlich trotzdem durchlesen. Eine andere Variante ist die Calling-Card. Hier ersteht man Zuhause eine Art Telefonkarte, bei deren Nutzung man ein PIN und zur Einwahl eine kostenlose 0800er Nummer benötigt. Die Kosten hat man schon dadurch im Griff, dass man ein Gesprächsguthaben abtelefoniert, welches mit dem Erwerb der Karte vorausbezahlt wurde. Das Schöne an Calling-Cards, sie kann man für alle Arten von Telefon nutzen, der Nachteil, Datenverbindungen wie SMS, MMS oder WAP funktionieren damit nicht.

Ein wenig Beachtung sollten auch Handybesitzer ihrem genutzten Netz schenken, die sich in Grenznähe aufhalten. Am besten schaltet man die automatische Suche ab, um zu verhindern, dass sich das Handy in Netz einbucht, welches zufällig sehr stark über die Landesgrenze strahlt. Das gleich gilt übrigens auch, wenn man sich zwar im Grenzgebiet aufhält, aber im Ausland. Hier kann teilweise das eigene Netz noch einige Kilometer erreichbar sein, sodass man die Netzsuche auf manuell einstellen sollte.

Einen generellen Tipp, denn man gar nicht oft genug geben kann ist, Verbindungsdienste, die man nicht benötigt abzuschalten. Bluetooth, Infrarot und auch UMTS bzw. GPRS können zum Abhören oder automatischen Herstellen von Verbindungen missbraucht werden. Für die Telefonfunktion reicht, auch qualitativ, im Regelfall das GSM-Netz. Wenn man nun Datendienste benötigt, kann man die anderen Dienste manuell zuschalten. Zum einen minimiert man Risiken und auch Kosten und der Akku wird weniger beansprucht, denn das Handy versucht nicht ständig die Datendienste aufrecht zu erhalten.

Autor: Redaktion TOP-DSL

Weiterführende Links:
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