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Quo Vadis Smartphone?
26.01.2012, Osnabrück
Bild: Hardware

Die jüngeren Älteren der Einwohner in Deutschland haben die Entwicklung der mobilen Telefone mit Einführung der 'Knochen' verfolgen können. Das Telefonieren mit diesen ersten Mobiltelefonen machte wenig Spaß, vergleicht man es mit heutigem Komfort. Das Mobiltelefon, das umgangssprachlich als Knochen bezeichnet wurde, wog fast 1 kg, hatte die Größe eines Schuhs und man kam mit dem Akku auf ungefähr eine halbe Stunde Sprechzeit. Hinzu kamen die extrem hohen Anschaffungs- und Tarifkosten. Motorola brachte dieses Gerät Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf den US- und den deutschen Markt. Es setzte sich jedoch nicht durch. Genau genommen hatte auch der 'Knochen' Vorläufer, die man in diversen Filmen wie James Bond in den 70er Jahren als Weiterentwicklung der Autotelefone aus den 50ern bewundern konnte. Der Kaufpreis entsprach einer ausgedehnten Kreuzfahrt mit mehreren Wochen Dauer und 'mobil' sah man mit dem am Telefon hängenden Akku in Form eines kleinen Koffers auch nicht cool aus. Das Gerät von Motorola floppte zwar recht schnell, aber die Idee nicht. In Deutschland entstanden das C-Netz und kurze Zeit später das D-Netz sowie kleinere, handlichere Geräte, die man bequem in Jacken- oder Hosentaschen transportieren konnte. Auf den Zug sprangen immer mehr Hersteller, wodurch der Pionier Motorola von Unternehmen wie Nokia, Siemens, Sony, Philips und vielen weiteren von der Spitze verdrängt wurde. Die Geräte entwickelten sich in zwei Richtungen weiter: Handys und Smartphones. Während das Hauptaugenmerk bei Handys immer noch auf den Grundfunktionen der Kommunikation basiert, stellen Smartphones mittlerweile Fähigkeiten zur Verfügung, die sie in etlichen Situationen als PC-Ersatz handhaben lassen. Immer leistungsfähiger werdende, integrierte Kameras, Sensoren, die Temperaturen, Geo-Lokation via GPS und die Ausrichtung des Smartphones messen, machen es zusammen mit Internetfähigkeit, vollwertiger Navigation, Büro-Software und Hunderttausenden kleiner Zusatzprogramme zum Allrounder in sämtlichen Lebenslagen. Selbst die Fernbedienung für den Fernseher kann man sich dank Smartphone in vielen Fällen sparen.

Die Evolution hat kein Ende

Durch die enormen Fortschritte in der Prozessor- und Speichertechnik sowie die stetig besser werdende Energienutzung, hält die Evolution der Smartphones an, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Der Einsatz im medizinischen Bereich und als Zahlungssystem ist schon lange im Gespräch. Daten könnten durch Chips oder Sensoren an das Smartphone Daten eines Menschen senden, die vom Gerät an eine Überwachungszentrale zur Auswertung geleitet werden. So könnte beispielsweise auf Herzpatienten mit schlechter werdenden Werten reagiert werden, bevor diese selbst merken, dass sie auf ein Problem zusteuern.
Wenn die noch nicht vollends ausgereiften Bezahlsysteme sicher einsetzbar sind und ein respektvoller Umgang mit RFID-Chips möglich ist, könnten Smartphones sogar Bargeld ersetzen. Aktuell wird sogar an der Einführung App gearbeitet, die gefälschte Banknoten erkennen kann. Die Mehrkern-Prozessor-Technik, die erst vor wenigen Jahren in PCs Einzug gehalten hat, wird bereits für Smartphones eingesetzt. Noch in diesem Jahr werden die ersten Geräte mit vier Kernen auf dem Markt auftauchen.
Wo die Technik scheinbar eine Pause in der Entwicklung einlegt, setzen Designer neue Akzente. So konzipierte Kristian Ulrich Larsen vor rund einem Jahr ein Smartphone mit drei Amoled-Displays, die unabhängig voneinander gleichzeitig nutzbar sind. So könnte man auf jedem einzelnen Display unterschiedlichen Anwendungen laufen haben oder alle gemeinsam für die bessere Anzeige einer Webseite nutzen. Spaßhalber wurde in einem Präsentations-Video das Smartphone zu einem Zylinder mit dreieckiger Grundfläche aufgeklappt, hochkant gestellt und eine einzelne Schnittblume hineingestellt. Somit hätte man mit diesem Gerät sogar offline einen echten Mehrwert gegenüber gängigen Handys.

Smartphones lassen keine Wünsche offen

Smartphones werden außer mit ihren 'netten Spielereien' im Privatbereich schon heute fest in betriebliche Abläufe integriert. Mit zunehmender Internetgeschwindigkeit, gezielt eingesetzten Sensoren, VPN-Nutzung zur Anbindung an Unternehmen, Navigations- und Trackingmöglichkeiten lassen sehr viel Potential ahnen, wie die Smartphones von HTC, LG, Samsung, Motorola oder das iPhone, um nur einige Wenige zu nennen, die Arbeit in Unternehmen bereichern könnten. Mit den zunehmenden PC-Fähigkeiten der Smartphones ist das Überall-Office keine Science-Fiction mehr.  

Autor: Redaktion TOP-DSL



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