Aus reiner Lust nach etwas Anderem wird wahrscheinlich kein Nutzer den DSL-Anbieter wechseln. Die Gründe sind meistens Unzufriedenheit, Preisvorteile oder ein Umzug. In Fällen wie Umzügen können Nutzer auf Überraschungen stoßen, wenn sie den Anbieter wechseln wollen. Wie erst kürzlich bekannt geworden aber auch, wenn sie den 'alten' Anbieter am neuen Wohnort weiter behalten möchten. Im angesprochenen Fall sollte nach dem Umzug innerhalb derselben Stadt der DSL-Anbieter seinen Dienste am neuen Wohnort fortführen und kam dem nicht nach. Gegen das Sonderkündigungsrecht versuchte man aber dann vorzugehen und verlor in zweiter Instanz. Eine kürzlich veröffentlichte Studie wies die Deutschen als treue Kunden ihrer DSL-Anbieter aus, die ungern wechseln. Wenn es doch dazu kommt, spielen neben Unzufriedenheit vor allem Tarife eine Rolle. Und davon gibt es auf dem Markt genug, obwohl viele Internet-Dienstleister ihre Angebote schon übersichtlicher gestaltet haben. Zumindest auf den ersten Blick scheint man sich auf das Anbieten weniger Tarife festzulegen, die sich am Nutzerverhalten orientieren. Doch heißt es, auch das Kleingedruckte lesen, denn einige Unterschiede offenbaren sich erst hier. Sei es, dass Angebote zeitlich befristet sind, die Geschwindigkeitsdrosselung beim Erreichen bestimmter Datenvolumen oder die scheinbar nebensächliche Tatsache, dass manche Tarife auch ohne Mindestvertragsdauer buchbar sind.
Wer aufgrund eines besonders günstigen Angebotes wechseln möchte, ist gut beraten, sich wirklich umfassend zu informieren. Um Leistungen und somit Preise realistisch zwischen Tarifen vergleichen zu können, muss man nicht nur die Preisangabe und die offerierten Sparmöglichkeiten sehen. Es ist notwendig zu wissen, ob der Anbieter am eigenen Anschluss überhaupt verfügbar ist und wenn ja, welche Aktionen fallen an, bis man dessen Leistungen nutzen kann. Welche Leistungen im Tarif dauerhaft enthalten sind, wird nicht immer gleich ersichtlich. So kann beispielsweise die Nutzung einer Sicherheitssoftware auf wenige Monate begrenzt, nach deren Verstreichen man dann kaufen muss. Bei Mobilfunk-Datentarifen sollte man wissen, ab welchem erreichten Datenvolumen die Geschwindigkeit gesenkt wird. Selbstverständlich ist auch die zu erwartende Geschwindigkeit wichtig, denn die Formulierung 'bis zu' hat seine Gründe. Es ist möglich, dass ein Anbieter bei DSL 6000 die volle Datenrate bringt, ein anderer mit dem gleichen Angebot aber nur auf reale 3 oder 4 Mbit/s kommt. Das sollte zuvor in Erfahrung gebracht werden und der Versuch, eine entsprechende Aussage schriftlich zu bekommen, bringt oft die Wahrheit ans Licht.Kündigungsfristen sowie die gesamten AGB im Bezug auf Leistungsversprechen und Forderungen an Kunden (Pflichten) sind teilweise dazu angetan, sich vom Interesse zurückzuziehen. Wie beispielsweise mit persönlichen Daten im Zusammenhang mit Werbung und Weiterreichung an Dritte verfahren wird, ist genauso interessant, wie das Auffinden von Hintertürchen, die sich mancher Anbieter einbaut, um Sonderkündigungsrechte zu unterbinden.Bei Kombitarifen, die Internet, Telefon, Mobilfunk und immer öfter auch TV-Angebote beinhalten, sollte man auch die Minutenpreise und Freikontingente der bei Mobil- und Festnetztelefonie einer genaueren Betrachtung unterziehen.
Wo das Angebot Bereitstellungsgebühren, beitragsfreie Zeiten oder Rabatte nicht vorsieht, könnte man diese in einem persönlichen Angebot erarbeiten. Das gleiche gilt auch für die Hardware. Niemand ist gezwungen, Angebote so zu akzeptieren, wie sie aufgeführt sind. Mit Hotlines oder in den Kundenläden der Anbieter lassen sich oft Preisvorteile aushandeln, benötigte Hardware günstiger einkaufen oder Sonderkonditionen für Wechsler vereinbaren. In diesen Gesprächen bekommt man unter Umständen auch ein Gespür für die Service-Orientierung des Anbieters. Man möchte wissen, dass die Mitarbeiter des Anbieters auf Kunden eingehen, schnell reagieren und nach Möglichkeit so wenig wie möglich zusätzliche Kosten anfallen, wie beispielsweise durch kostenpflichtige Servicenummern.Hat man dies alles mit Ruhe beleuchtet, ist es sogar denkbar, dass ein im Preis höher liegender Anbieter dem niedrig angesiedelten vorgezogen wird, weil gewisse Dienste nicht mir Geld aufzuwiegen sind, aber dennoch wichtig.
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