In über 1.800 Ortschaften Thüringens ist das schnelle Internet bereits verfügbar und im Einsatz. Die Aussagen von Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) geben in dem Zusammenhang ein anderes Versorgungsbild wider, als dies vom Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU) vermittelt wurde. Während Reinholz nämlich von einer 90-prozentigen Versorgung mit Breitband-Anschlüssen in Thüringen ausgeht, kommt der SPD-Mann nur auf 60 Prozent. Dem zufolge besteht in rund 1.200 Ortschaften noch immer eine Unterversorgung mit Breitband-Internet. Dass Reinholz mit 90 Prozent Versorgung richtig liegt, begründet er unter anderem mit dem Rückgang von Förderanträgen. Hier wäre ein 90-prozentiger Rückgang zu verzeichnen. Fast 3,3 Millionen Euro hätte man in die Förderung des Breitband-Ausbaus gesteckt.Machnig hingegen hält die Zahlen für falsch. Und dies hängt im Gegensatz zu anderen Regionen nicht damit zusammen, dass man von Breitband eine unterschiedliche Auffassung hat. Anschlüsse von mindestens 2 Mbit/s gelten als hier als Breitband-Internet.
Ein neues Förderprogramm des Wirtschaftsministerium mit 12 Millionen Euro soll den – nach Meinung Machnigs – geschönte Zahlen auf die Sprünge helfen, um den Ausbau voranzutreiben. In der zweiten Januarwoche 2012 sollen die Richtlinien veröffentlicht werden, die darüber Auskunft geben, unter welchen Voraussetzungen Gemeinden an die Förderung aus dem EU-Topf EFRE (europäischer Fonds für regionale Entwicklung) kommen. Durch das Förderprogramm sollen alle Projekte mit Investitionen ab 10.000 Euro, maximal bis 100.000 Euro bis zu 90 Prozent unterstützt werden. Weitere Kredite für den Breitband-Ausbau stünden zinsgünstig durch die Thüringer Aufbaubank zur Verfügung. Da Machnig die Förderung von Bandbreiten-Aufrüstung ebenfalls für möglich hält, könnten Gemeinden ihre Geschwindigkeit auf das Minimum von 30 Mbit/s heraufsetzen.
Voraussichtlich wird es für die Erreichung des Ziels einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet nötig sein, einen Mix aus verschiedenen Technologien anzuwenden. Meist werden DSL und LTE miteinander verknüpft, wenn neue Leitungen zu weit außerhalb gelegenen Orten und Höfen zu teuer sind. Sollten die Mittel der Fördertöpfe nicht ausreichen, könnten diese laut Machnig erhöht werden. Wenn es nach ihm geht und seine Zahlen stimmen, sollen in den nächsten Jahren die 1.200 unterversorgten Ortschaften endlich im schnellen Internet ankommen.
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