28.01.2008, Berlin
Auch fünf Wochen, nach dem einschreiten der Bundesnetzagentur, liegt die Zahl der Kunden, die von der Telekom zu einem der Wettbewerber wechseln wollen und auf die Umschaltung ihres DSL Anschlusses durch die Telekom warten, noch fast unverändert hoch. Noch immer kreisen 100.000 Kunden in der Warteschleife. Dieses Ergebnis brachte eine Umfrage des VATM bei den größten deutschen DSL-Anbietern. Während einige T-Com Wettbewerber leichte Verbesserungen bei den Bereitstellungszeiten meldeten, verschlechterte sich bei anderen Anbietern die Situation im Vergleich zum Dezember sogar noch.
"Insgesamt gesehen hat sich die Situation bei der Umschaltung der Teilnehmeranschlussleitung durch die Telekom seit Mitte Dezember nicht wirklich verbessert", stellt Jürgen Grützner, der Geschäftsführer des VATM fest. "Nach wie vor hängen über 100.000 wechselwillige Kunden in der Telekom-Warteschleife. Und das, obwohl vom ehemaligen Staatsunternehmen in den vergangenen Wochen mehrfach gegenüber der Presse das Gegenteil behauptet wurde. Die Endkunden als Leidtragende dieses Zustands müssen immer noch Wochen bis Monate auf die Umschaltung warten. Ein solcher 'Service' der Telekom ist aus Verbrauchersicht nicht länger akzeptabel."
Der VATM fordert die Deutsche Telekom daher erneut auf, die aufgelaufenen Rückstände endlich abzuarbeiten und die Kunden der Wettbewerber nicht noch länger hängenzulassen. "Der Ex-Monopolist macht mit den alternativen Anbietern über die Inanspruchnahme von verschiedenen Vorleistungen doch gute Geschäfte", sagt Grützner. "Da sollte er dann auch - wie von Herrn Höttges mehrfach öffentlich versprochen - deren Kunden nicht als Verbraucher zweiter Klasse behandeln." Denn während Kunden von Telekom Wettbewerbern mehrere Wochen bis Monate auf die Umschaltung ihres DSL Anschlusses warten müssten, erledige die Telekom dies bei ihren eigenen Kunden innerhalb nur weniger Tage.
Nach Ansicht des VATM muss die Bundesnetzagentur nun schnell dafür sorgen, dass die erlassenen Vorgaben zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) von der Telekom eingehalten werden. "Dass sich der Regulierer im Dezember dieser Hängepartie angenommen hat, war sehr positiv", wertet Grützner. "Nun müssen aber in absehbarer Zeit Taten folgen, die das Problem dauerhaft lösen."
Wenn Kunden von der Telekom zu einem der Wettbewerber wechseln wollen, muss ihr Anschluß von der Deutschen Telekom entsprechend umgeschaltet werden. Die Telekom ist hierbei verpflichtet, diese im Rahmen verbindlicher Fristen vorzunehmen. Während sie ihre eigenen Kunden innerhalb weniger Tage auf einen DSL-Anschluss umschaltet, kommt es bei den Kunden der Wettbewerber ( Arcor, Alice, 1&1, etc.) regelmäßig zu deutlich längeren Wartezeiten. Hier gegen hatten die VATM-Mitgliedsunternehmen Arcor und Telefonica im Dezember 2007 Missbrauchsanträge bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Zu diesen Verfahren veranstaltet die Regulierungsbehörde am 20. Februar 2008 eine Anhörung.