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Die Region um Bad Neustadt teilte mit vielen anderen Gebieten in Deutschland das Problem fehlender Geschwindigkeit bei der Internetnutzung. Bis 2 Mbit/s waren im Kerngebiet noch viele Haushalte versorgt, darüber wurde es eng. Für heutige Ansprüche ans Internet in keiner Weise befriedigend. Internet gehört zum heutigen Lebensstandard dazu wie Wasser, Strom und Fernsehen. Da auch das Fernsehen oder Online-Videotheken immer häufiger von Telekommunikationsanbietern in die Tarife aufgenommen werden, muss dafür die notwendige Bandbreite vorhanden sein. Hinzu kommen natürlich auch die Unternehmen, denen ohne schnelles Internet eine wichtige Grundlage zur Wettbewerbsfähigkeit fehlt. Jedem ist mittlerweile klar, dass Breitband-Internet zu den Wirtschaftsmotoren einer Region gehört. Nicht nur wegen der ansässigen Unternehmen, sondern auch, um Arbeitsplätze in Form von Heimarbeitsplätzen zu schaffen. Solche Arbeitsplätze sind häufig an Datenbanken und Kommunikationsstrukturen größerer Unternehmen angebunden, um effektiv arbeiten zu können. Dazu bedarf es aber ebenfalls der Versorgung mit schnellem Internet.
Ende Herbst 2011 stand fest, dass die Gemeinden im Landkreis Rhön-Grabfeld Breitband-Internet mit Datenraten von 25 Mbit/s bis 50 Mbit/s bekommen sollen. Beziffert wurden die Gesamtkosten auf etwa 1,6 Millionen Euro. Seinerzeit hatte man eine Ausschreibung gestartet, bei der lediglich zwei Firmen am Ende in die Auswahl kamen. Eine davon war die Telekom, die letztendlich den Ausbau mit Glasfaser in die Hand nehmen durfte. Um den Eigenanteil der Gemeinden an den Ausbaukosten zu decken war man unter Anderem auf freiwillige Zuschüsse von 24 Gemeinden angewiesen, darunter auch Bad Neustadt. 20.000 Euro betrug der Zuschuss und wurde mit einer direkten Glasfaseranbindung honoriert. Einige der Gemeinden sollten damaligen Planungen zufolge statt mit Glasfaser mit LTE ausgestattet werden. Im Oktober 2011 gingen dann die ersten Orte ans schnelle Netz. Bis Anfang 2012 sollen insgesamt 39 Gemeinden über die hohen Geschwindigkeiten verfügen. Die Ortschaften, welche in den Glasfaserausbau nicht eingeplant wurden, werden bis Herbst 2012 via LTE mit mehr Geschwindigkeit versehen. Zwischenzeitig musste sich sogar das Oberlandesgericht München mit dem Ausbau in der Region beschäftigen, da es Klärungsbedarf bezüglich der Auftragsvergabe an die Telekom gegeben hatte. Um den Ausbau zügig vorwärts zu treiben, sind außer der Telekom noch die Unternehmen Rhön-Montage, WeigandBau und OFM Communications im Projekt involviert. Die Zusammenarbeit scheint gut zu funktionieren. Mittlerweile sind allein an Glasfaserkabel 82 von notwendigen 111 Kilometern verlegt worden. Über sechzig Netzknoten sind fertig und vier Mobilfunkanlagen neu errichtet. Damit kann die Telekom im Frühjahr 30.000 Haushalte mit DSL versorgen. Verschiebungen im zeitlichen Ablauf können jedoch immer noch eintreten. Beispielsweise durch die Wetterlage. Es geht auf die Frostzeit zu. Bei weniger als 5 Grad minus sind Kabelarbeiten nicht mehr möglich. Zu viel Regen und damit steigendes Grundwasser könnte die Tiefbauarbeiten behindern. Dies wurde bei einer Information der Gemeinden zum Zwischenstand noch einmal erwähnt.
Pro Kilometer veranschlagt die Telekom bis zu 70.000 Euro an Kosten für Verlegearbeiten, zu denen auch der Tiefbau gehört. Die Gemeinden können durch Eigenleistungen diese Kosten niedriger gestalten, weshalb die Telekom auf Kooperationen in Ausbaugebieten setzt. Vermutlich wird es auch nach Abschluss der Ausbauarbeiten kleinere weiße Flecken geben. Mutmaßen lässt sich, dass diese mit geografischen Umständen zu tun hat. So kann die Einrichtung von Funk an hügeliger Landschaft scheitern oder die Verlegung von Glasfaser an geologischen Gegebenheiten. Auch massive Mehrkosten könnten ein Grund sein, wenn Beispielsweise ein Haushalt zu weit außerhalb liegt, wie das bei Aussiedlerhöfen oder ähnlich gelagerten Kleinstorten der Fall ist. Klappt alles, wie geplant, hat die Region bis allerspätestens zum 3. Quartal 2012 das schnelle Internet verfügbar und verschwindet wenigstens als großer weißer Fleck.
Informationen zum Thema LTE, dem neuen Mobilfunkstandard finden Sie hier auf Top-DSL.com. LTE, der Nachfolger von UMTS und HSDPA.
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