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freenet forciert Verkauf von Strato

 
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Bild: freenet 11.06.2009, Osnabrück

Vor gut 5 Jahren nahm freenet ein wenig Bares in die Hand und übernahm die komplette Strato-Gruppe. Damals Teil der TELES AG gehörten die Strato Medien AG, Tect AG, Cronon AG und die Strato Rechenzentrum AG dazu. Die damalige und heutige Nummer Zwei der Domain-Hoster in Deutschland kostete damals rund 130 Millionen Euro, die freenet zu fast 2/3 aus dem Rückkauf von Aktien ermöglichte. Strato selbst ist in insgesamt sechs Ländern Europas vertreten und hostet über 4 Millionen Domains auf ca. 35.000 Servern. Strato bietet allerdings weit mehr, als das reine Domainhosting. Für den Mittelstand existiert die Sparte Software-as-a-Service. Hierbei wird Unternehmen die Möglichkeit gegeben, auf eigene zeit- und kostenintensive IT zu verzichten und diese stattdessen bei Strato zu mieten. Customer Relationship, ERP, Projektmanagement und Content Management sind als Service webbasiert erreichbar. Von jedem Ort können Mitarbeiter darauf zugreifen, was theoretisch sogar den Wegfall von Arbeitsfläche bedeuten würde. Auch Wartung und Aktualisierung fallen in diesem Fall weg und Lizenzen verursachen keine Kopfschmerzen mehr. So outgesourct kann ein Unternehmer auch Revisionen und IT-Audits ruhig entgegensehen, da Stratos Rechenzentren nach ISO 27001 zertifiziert sind. Er kann sich voll und ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

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freenet hofft auf 300 Millionen Euro

Den Erfolg, den Strato mit seinen Strategien einfährt möchte freenet nun nutzen, um ihren Schuldenberg zu verringern. Man hofft auf einen Verkaufserlös von mindestens 300 Millionen Euro. Auf Seiten der Anleger begrüßt man die Entscheidung, was mit einem Anstieg der Aktien von fast 10% bestätigt wurde. Wer nun Interesse am Kauf von Strato ist nicht bekannt, im Gespräch sind aber Unternehmen wie Google, Microsoft, Yahoo oder United Internet. 1&1, Tochter von United Internet haben ja bereits die DSL-Sparte erworben. freenet trennt sich von Strato, da dieser Zweig nicht mehr Teil der künftigen Aktivitäten ist. Kerngeschäft soll der Mobilfunk-Sektor werden, zu dem Strato mit seinem Angebot nicht passt. 500 Mitarbeiter, davon allein 200 im Service werden die Entwicklung wohl mit gemischten Gefühlen verfolgen.

Werden 1000 freenet Mitarbeiter entlassen?

Den Verkaufserlös könnte freenet auch für den Kauf von Debitel einsetzen, anstatt, wie mit den 123 Millionen Euro der DSL-Sparte, die Schulden zu verringern. Diese Gedankenspiele hört United Internet nicht gern, die freenet gern komplett übernehmen würden. freenet kokettiert trotzdem weiter und ist außer mit United Internet auch in Gesprächen mit dem Finanzinvestor Permira.

Wer die ganzen Nachrichten über Verhandlungen, Verkäufe und Millionen ganz sicher nicht gern hört, sind die Mitarbeiter von freenet. Rund 1000 von ihnen werden im Zuge der Umstrukturierung ihren Job verlieren. Allein der Standort Elmshorn soll komplett dichtgemacht werden. Pläne hierzu sind bereits Ende 2008 öffentlich geworden. Diese sind von freenet anfangs noch dementiert worden, heute von der Wirklichkeit allerdings bestätigt. Ende April hatte der Betriebsrat des Elmshorner Standortes einen Sozialplan und Interessenausgleich mit der freenet AG unterzeichnet. Ein anderer Betreiber, der den dortigen Kundenservice übernehmen könnte, ließ sich nicht finden. Für die Region selbst bedeutete das 470 weitere Erwerbslose, die zu verkraften sind. Personell gibt es ebenfalls Änderungen. Beispielsweise tritt Helmut Thoma, ehemals Programmdirektor des Privatsenders RTL, von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzenden zurück. Er bliebe als ordentliches Mitglied im freenet-Aufsichtsrat und will Thorsten Krämer als Nachfolger vorschlagen.

Über das Unternehmen Strato macht sich sicher niemand Gedanken. Allein die Auszeichnungen, die in den letzten Jahre erreicht wurden, weisen einen guten Weg. Außer dem erwähnten TÜV-Zertifikat gab es mehrfach Lob als Bester Provider, Bester Webhoster, Preis-/Leistungssieger und auch als Arbeitgeber und Umweltschützer hat sich Strato einen Namen gemacht. Siegel für Fair Company, Ausbildungs-Ass und der Berliner Umweltpreis schmücken den Internetauftritt. Da sie ihren Strom zum Betreiben der Rechenzentren aus Laufwasserkraftwerken beziehen, steht ihnen auch das Emblem 100% CO2-frei zu. Bleibt nun noch abzuwarten, wo freenet im Flirt mit United Internet, Debitel und Schuldenberg hängen bleibt.

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Autor: Team fastline

Weiterführende Links:
» Nachrichten zum Thema freenet
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» Freenet gibt DSL Sparte an United Internet ab
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