15.06.2009, Osnabrück
Der Telekommunikationsanbieter freenet steckt in einer finanziell angeschlagenen Situation und möchte sich nun komplett neu orientieren. Dazu ist eine umfassende Umstrukturierung des Unternehmens notwendig. Die Schulden sind vor allem durch den Zukauf der Marke Debitel entstanden, der im vorigen Jahr an freenet verkauft wurde. Angesichts des hohen Schuldenstandes sieht sich freenet nun aber dazu gezwungen, selbst Geschäftsbereiche zu veräußern, um wieder aus den roten Zahlen heraus zu kommen und sich selbst wieder eine solide Basis für die Zukunft zu schaffen. freenet hat angekündigt, sich langfristig vorrangig auf das Mobilfunkgeschäft konzentrieren zu wollen. Nun sieht es so aus, als wollte das Unternehmen sogar gänzlich auf die Internetsparte verzichten.
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500 Strato Mitarbeiter bald arbeitslos?
Erst kürzlich hat freenet seine DSL Sparte mit Hunderttausenden Kundenverträgen an United Internet verkauft und hat sich somit aus diesem Bereich zurückgezogen. Nun werden aber auch Stimmen laut, dass es eventuell auch zu einem Verkauf von Strato kommen könnte. Dabei könnte ein Erlös von 300 bis 400 Mio. Euro erreicht werden. Durch einen solch großen Erlös könnte das Unternehmen sogar wieder in die Dividendenfähigkeit gelangen, was die Aktionäre sicherlich freuen wird. Auf der anderen Seite könnte ein Verkauf aber auch eine unsichere Situation für die rund 500 Mitarbeiter der Unternehmenstochter Strato bedeuten. Denn schon beim Verkauf der DSL Sparte von freenet war es notwendig, 1.000 Mitarbeiter zu kündigen. Ein Standort wurde sogar komplett geschlossen. Freenet könnte das Geld aber gut gebrauchen und angesichts des hohen Schuldenberges und des heiß umkämpften Marktes wäre auch eine Umstrukturierung des Unternehmens von Vorteil. Seitens des Unternehmens gab es jedoch bis heute noch keine eindeutige Stellungnahme zum Verkauf von Strato.
Jedenfalls dürfte es nicht allzu schwer werden, Interessenten für die Tochter Gesellschaft Strato zu finden. Das Unternehmen Strato bietet Online Speicherplatzlösungen an. Als möglicher Interessent wird einmal mehr United Internet genannt. United Internet befindet sich derzeit auf Expansionskurs und konnte schon durch den Zukauf der freenet DSL Sparte seine Marktposition in Deutschland erkennbar ausbauen und festigen. Die Übernahme von Strato könnte für United Internet eine strategische Investition bedeuten. Zudem verfügt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge noch über eine prall gefüllte Kriegskasse, sowie Kreditlinien, die für die Expansionsambitionen genutzt werden sollen. Die Gerüchte um das Interesse United Internets an Strato sind nicht ganz unbegründet. Denn schon im Jahr 2004 soll es ein Übernahmeangebot von United Internet gegeben haben. Damals gehörte Strato noch zur TELES AG und wurde an Freenet verkauft. Nun könnte der Kabelanbieter für Internet, Telefon und TV also sein Ziel erreichen und Strato endlich übernehmen, wenn man sich mit freenet einig werden sollte.
Das Interesse an Strato ist groß
Natürlich ist United Internet aber nicht der einzige Interessent an Strato. Auch einige andere Unternehmen der Internetbranche haben es bereits auf Strato abgesehen. So sind auch Yahoo!, Google und Microsoft als mögliche Interessenten für Strato im Gespräch. Auch für diese Unternehmen könnte Strato eine interessante Investition in Deutschland darstellen.
Wenngleich bisher noch nicht offiziell feststeht, ob freenet tatsächlich zum Verkauf seiner Tochter Strato bereit ist, machen sich die Vorboten bereits an der Börse bemerkbar. Die UniCredit stellt die freenet Aktie auf buy. Ein Verkauf der Tochter könnte sich natürlich positiv auf den Kurs auswirken. Ebenso wird das Augenmerk aber auch auf die United Internet Aktie gelegt. Denn dieses Unternehmen wird bereits als künftiger Käufer gesehen, da das Unternehmen bereits die freenet DSL Sparte gekauft hat, woraufhin der Aktienkurs ebenfalls einen starken Anstieg verspürte. Der Verkauf von Strato könnte in jedem Fall eine weitere Verbesserung der Situation von freenet mit sich bringen. Nicht nur in finanzieller Hinsicht. Da sich das Unternehmen auf den Mobilfunkbereich konzentrieren möchte, würde der Verkauf des Internetbereiches dieser Zielsetzung natürlich entgegenkommen und das Umstrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens unterstützen.
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Autor: Team fastline