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Die schnellste Datenübertragung erfolgt zweifelsohne über Glasfaserkabel. Diese werden als Datenautobahn des 21. Jahrhunderts gehandhabt. Während viele Länder versuchen, die Internetübertragungen über Glasfaser zu ermöglichen, hinkt Deutschland hinterher. Denn nach wie vor werden vorwiegend die bis zu 100 Jahre alten Kupferkabel verwendet. Erst durch den Austausch der Kupferkabel durch Glasfaserleitungen wird sich an dieser Situation etwas ändern. Denn mit nur 0,44 Prozent aller Breitband-User in Deutschland nutzen Glasfaserkabel. Ebenso ist man weit davon entfernt, eine flächendeckende Breitbandversorgung anzubieten, wie noch vor drei Jahren von der Bundesregierung versprochen wurde. Während die EU eine Mindestgeschwindigkeit von 2 Mbit/s als Breitbandinternet ansieht, werden Verbindungen mit 384 kBit/s erreichen in Deutschland bereits als Breitband bezeichnet.Eine Statistik der FTTH belegt, dass in Japan 26 Prozent, in Norwegen 14 Prozent und in Südkorea 12 Prozent über Glasfaseranschlüsse verfügen. Mit dem minimalen Anteil der Glasfasernutzer befindet Deutschland erst gar nicht in dieser Statistik. Selbst Rumänien hat mittlerweile höhere Anteile. Dass der Bedarf an Glasfaseranschlüssen auch in Deutschland gegeben ist, zeigt eine lange Liste der Möglichkeiten mit der schnellen Datenübertragung. Es wird nicht mehr lange dauern, und selbst Kinofilme werden über das Netz angeboten. Das Schönreden der tatsächlichen Situation der Bundesregierung bringt in diesem Fall keine Besserung. Denn was nützt es, wenn langsame Verbindungen in Deutschland als Breitband bezeichnet werden. Dabei stehen zahlreiche technische Möglichkeiten zur Verfügung, um auch den Bewohnern von ländlichen Regionen schnelle, zukunftstaugliche Internetanschlüsse anbieten zu können.
Die Gründe für den verzögerten Ausbau von Glasfaserkabeln werden überall vermutet. Vor allem, dass die Telekom nach wie vor besonders auf der so genannten letzten Meile, also dem Anschluss der einzelnen Haushalte, mit Kupferdrähten arbeitet, wirkt sich negativ auf andere Anbieter aus. Mit 160.000 angeschlossenen Haushalten im Jahr 2011 in zehn Städten kann sich selbst die Telekom nicht rühmen. Das selbst gesteckte Ziel von einer 10prozentigen Abdeckung mit Glasfaseranschlüssen bis Jahresende wird wohl kaum erreichbar sein. In Großbritannien, den USA oder Japan wurden Glasfaserleitungen bereits viel früher erlaubt, wodurch der schnelle Ausbau des Netzes vorangetrieben wurde. Da die Telekom in Deutschland lange Zeit über eine Monopolstellung innehatte, wird sich das erst mit einiger Verzögerung ändern. Obwohl durch die Verlegung von Kupferkoaxialkabel immerhin Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s erreicht werden, kann dieses Netz nicht mit Glasfaserleitungen mithalten, mit welchem Gigabit-Kapazitäten erreicht werden können.
Dabei spielt eine gute Internetanbindung in der heutigen Zeit eine immer wichtigere Rolle bei der Wahl des Standortes. Daher beeinflusst diese Entwicklung auch die Wirtschaft. Immerhin werden laut dem BDI innerhalb der nächsten zehn Jahre bis zu eine Million neuer Arbeitsplätze und eine Steigerung der Wirtschaftsleistung auf bis zu 170 Milliarden Euro prognostiziert. Um diese Ziele bzw. Prognosen auch erreichen zu können, müssen natürlich bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehört auch ohne Frage ein schnelles und gut funktionierendes Netz. Wie wichtig diese Frage ist, zeigt sich auch aktuellen Diskussionen der Politiker. Immerhin kam es bereits zu Streitigkeiten bezüglich Sonderausgaben für den Netzausbau. Selbst der Verkehrs- und Wirtschaftsminister beschäftigen sich schon mit dem Netzausbau, der in Deutschland mehr als zögerlich vorangeht. Während in Deutschland noch keine konkreten Ziele vereinbart wurden, weiß die EU genau, was sie will. 9 Milliarden Euro sollen aus dem neuen Fonds Connecting Europe Facility für das Breitbandinternet zur Verfügung gestellt werden. Großbritannien zeigte vor, dass ein rascher Glasfaserausbau auch ohne Unterstützung des Staates funktioniert. Mit Hilfe von ehemaligen Soldaten wurde der Ausbau des Glasfasernetzes zur obersten Kommandosache. Auch in Deutschland greifen zahlreiche Kommunen zur Selbsthilfe, wobei die Nord-Süd-Kluft in finanzieller Hinsicht stark erkennbar wird. Während der etwas besser besoldete Süden mehrere Möglichkeiten realisieren kann, fehlt es dem höher verschuldeten Norden schwerer, Ziele zu verwirklichen. Als Auswirkungen dieser Entwicklung zeigen sich bereits Unterschiede in den Bildungsstandards und Beschäftigungsquoten zwischen Norden und Süden.
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