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1&1 will Kabelnetze reguliert sehen

 
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Bild: 1&1 21.06.2009, Osnabrück

Der DSL Anbieter 1&1, die Tochter von United Internet sieht derzeit den Trend zu einem Doppelmonopol im Bereich des Kabelinternets, das bereits feste Formen angenommen hat. Denn beim Ausbau der Hochgeschwindigkeitsnetze für die Internetnutzung können nur Glasfaserkabel oder TV-Kabel eingesetzt werden. Andere Netze erreichen zum aktuellen Zeitpunkt keine Geschwindigkeiten, die bei 50 Mbit pro Sekunde oder höher liegen. Solch leistungsfähige Glasfaserkabel werden allerdings nur von der Telekom eingesetzt. 1&1 sieht hierdurch ein Doppelmonopol gegeben. Denn die Bemühungen der Telekom, ein schnelles Internetnetz aufzubauen, zeigen bereits Wirkung. Denn die Telekom kann aktuell rund 86 Prozent der neuen DSL Kunden für sich begeistern. 1&1 sieht daher eine Entwicklung, in der die Telekom ihr zeitweilig verlorenes Monopol wieder zurückzugewinnen scheint.

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Doppelmomopol für die Telekom?

Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch die Kabelnetzbetreiber, die für die Telekom in einigen Regionen eine ernst zu nehmende Konkurrenz darstellen, da auch sie schnelles Internet garantierten können. Um die Monopole der Kabelanbieter auf der einen Seite und der Telekom auf der anderen zu begrenzen und in die richtige Richtung zu lenken, hat 1&1 mit der Forderung nach einer Regulierung aufhorchen lassen. 1&1 möchte eine Regulierung der Kabelnetze. Derzeit besitzt der Anbieter kein eigenes Netz, kann sich allerdings gut vorstellen, sich finanziell an einem regulierten Kabelnetzmarkt zu beteiligen. Ein eher neuartiger Vorschlag, der von 1und1 unterbreitet wird und natürlich viele Fragen aufwirft. Die United Internet Tochter würde sich sogar eine eigene, deutsche Gesellschaft wünschen, in der alle Kabelnetze in Deutschland organisiert wären, wobei jeder einen Anteil an dieser Breitbandgesellschaft hätte. Für 1&1 müsste es aber nicht einmal ein Anteil sein, sondern es käme auch ein reines Nutzungsrecht infrage.

DSL für alle bis zum Jahr 2018

Eine Regulierung der Kabel- und Glasfasernetze wurde schon mehrmals diskutiert und infrage gestellt, dürfte aber auch mit den Plänen der Regierung in Konflikt kommen. Denn die Regierung hat es sich zum Ziel erklärt, dass bis zum Jahr 2014 bereits drei Viertel aller Haushalte in Deutschland die Möglichkeit zu einem schnellen Internetanschluss erhalten sollen. Vier Jahre später, im Jahr 2018, sollen dann bereits alle Haushalte in Deutschland an ein Breitbandnetz angeschlossen sein. Um dies zu gewährleisten, werden natürlich Glasfasernetze und TV-Kabelnetze benötigt und diese müssen auch noch weiter ausgebaut werden. Denn nur mit dieser Technik ist es auch möglich, Geschwindigkeiten über 50 MBit/s erreichen zu können. Die Stimmen mehren sich daher bereits heute, die meinen, dass sich eine Regulierung nicht durchsetzen könnte. Bereits in der Vergangenheit gab es die Idee einer Regulierung der TV-Netze. Jedoch wurde die Regulierung nicht angenommen, da die TV-Netzbetreiber nur einen Marktanteil von unter zehn Prozent darstellen.

Im Bereich der Glasfasernetze sehen die Aussichten hier bereits etwas besser aus. Denn die Bundesnetzagentur möchte eine Regulierung des Marktes für Glasfasernetze anstreben. Derzeit ist jedoch noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Telekom zwar schon ein relativ großes Netz ausgebaut hat, die Nachfrage sich allerdings in Grenzen hält. Derzeit hat die Telekom bereits 50 Städte mit einem modernen VDSL Netz ausgerüstet. Die Verkaufszahlen stocken allerdings. Daher ist anzunehmen, dass die Telekom nicht mehr in der Lage sein wird, den Ausbau des Glasfasernetzes weiter zu finanzieren. Auch die Bundesnetzagentur ist daher der Meinung, dass der Ausbau nur gemeinsam mit mehreren Partnern finanziert werden kann und sich auch nur auf diese Weise rechnen kann. Allerdings gibt es noch kein konkretes Konzept dafür. 1&1 fordert indes weiterhin eine rasche Lösung, idealerweise bis Jahresmitte. Denn ansonsten droht das Szenario, den Wettbewerb auf der europäischen Bühne verlieren zu können, wenn andere Staaten Lösungen finden, während Deutschland bei der Datenübertragung ins Hintertreffen gerät. Aufgrund der gesetzten Ziele für 2014 bzw. 2018 dürfte aber auch die Berliner Regierung an einer gemeinschaftlichen Lösung interessiert sein.


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Autor: Team fastline

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