B-ISDN
(Breitband-ISDN) ist eine Weiterentwicklung von
ISDN und sollte Anwendungen gerecht werden, die höhere Bitraten als die ISDN-typischen 64 kbit/s erfordern.
Dies ist z.B. bei der Videobildübertragung der Fall. Zur Übertragung von Filmsequenzen in Echtzeit sind Bitraten notwendig, die zwischen 1,5 Mbit/s und 100 Mbit/s liegen. Mit einer Übertragungsrate von 155 Mbit/s wäre das Breitband-ISDN dazu auch in der Lage gewesen, jedoch hat es sich nicht durchsetzen können.
Ende der 80er Jahre erarbeitete das CCITT (Comité Consultatif International Téléphonique et Télégraphique) - heute ITU (Union internationale des télécommunications) - erste Standards für B-ISDN. Als Übertragungstechnik sollte ATM (Asynchronous Transfer Mode) eingesetzt werden, der die Daten in nur 53
Byte großen Zellen transportiert und so geringe Jitter-Effekte beim Multiplexen der Datenströme aufweist.
Ab 1994 startete die
TelekomPilotprojekte in über 20 deutschen Städten, die untereinander mit 155 Mbit/s-Leitungen verbunden wurden. Auch im europäischen Ausland liefen Bestrebungen nach einem schnellen Datennetz: Die Städte Karlsruhe und Stuttgart beispielsweise, wurden über B-ISDN mit französischen ATM-Knoten verbunden. Weltweit erfolgten die meisten Pilotversuche in den USA, in Deutschland beendeten sie jedoch die B-ISDN Versuche.
Da diese hohen Geschwindigkeiten nur auf
Glasfaser funktionieren, hätten auch alle Haushalte einen Glasfaseranschluss benötigt - die Kosten wären gigantisch gewesen. Stattdessen hat sich
DSL durchgesetzt, dass immerhin auf bis zu 50 Mbit/s kommt (VDSL) und über die alten Kupferleitungen übertragen werden kann.